Baugebiet 64 – Leserbrief

Wie man mit den einheimischen Anwohnern in Scharbeutz umgeht!
Oder: So werden in Scharbeutz Fakten geschaffen!

Das Baugebiet 64 wird im Januar 2013 still und leise verabschiedet. Einwände der Anwohner erhielten keine Beachtung. Es ist ja im Mai Kommunalwahl.

Ich frage mich: Wer von den Fraktionsmitgliedern kannte die genauen Gegebenheiten des Geländes? Weshalb wurde der Höhenlage und der Kontaminierung des Bodens keine Beachtung geschenkt? Das Gelände muss ent­wässert werden. Ein Regenrückhaltebecken wurde nicht geplant. Somit wird das kostbare Regenwasser in Zukunft in die Ostsee fließen. Eine Umweltsünde!
Durch die Höhenlage des Geländes, und der erlaubten Bauhöhe von 9 Metern, werden nun einige Anwohner des Iltisweges, im Frühjahr und Herbst komplett im Schatten liegen.
Der Iltisweg ist ein kleiner Weg mit Engstellen und teilweise nur 3,50 Meter breit. Der B-Plan 64 sieht für den Iltisweg eine Mindestbreite von 4,75 Metern vor. Um diese Breite zu erreichen, erhofft sich die Gemeinde, Grundstücksteilflächen einiger Iltisweganwohner zu erwerben, deren Terrassen heute schon, teilweise nur 5 Meter dicht am Iltisweg liegen. Was für ein Plan! Lt. Gutachten sollen nun täg-lich ca. 250 Autos diesen kleinen Weg passieren. Der Antrag der Grünen im Aug. 2018, das Baugebiet noch einmal zu überdenken, wurde abgelehnt. Uns Anwohnern wird in diesem Zuge von der CDU aber versprochen, eine zweite Zufahrt über den Speckenweg zu schaffen. Die Möglichkeit besteht und wurde auch schon früher in Betracht gezogen! Kann ich den Worten der CDU-Abgeordneten vom Bauausschuss trauen? Ich hoffe, sie stehen zu ihrem Wort und halten ihr Versprechen. Aber wann wird darüber entschieden? Die Zeit drängt!

Die zweite Zufahrt über den Speckenweg würde auch als sogenannte Baustraße dienen, die normalerweise auch üblich ist, um den Iltisweg und die Anwohner vom Baulärm der neuen Häuser zu entlasten. Seit Nov. 2018 müssen wir Anwohner Lärm, Dreck, wochenlange Vollsperrung, Telefon-, Internet- und Stromausfälle hinnehmen. Und der Clou zu allerletzt: Wir Anwohner sollen auch noch die Ausbaukosten des Iltis­weges zu 90% übernehmen, obwohl die Erschlie­ßung fast ausschließlich dem BG-64 dient.

Marianne Scholz