Kahlschlag!


Zu den unbewohnten Ferienwohnungen und Zweitwohnsitzen in der Gemeinde
Scharbeutz kommt im Herbst/Winter das infernalische Geräusch von
Motorsägen.

Während die einen in der Land- und Forstwirtschaft notwendige Pflegearbeiten vornehmen, fällen andere teilweise Jahrzehnte alte Bäume. So kürzlich geschehen an der Seestrasse Scharbeutz und auf der Düne im Centrum von Scharbeutz. Sei es, weil der Baum stört oder um Baugrund maximal zu nutzen. Der eine, eine Jahrzehnte alte Rotbuche, der andere eine Eiche, beide mit einem Stammdurchmesser von mehr als 70 cm.

Man fragt sich ist das wirklich so gewollt und wer profitiert eigentlich davon? Wenn ein Baum in einem Bebauungsplan nicht festgesetzt ist, darf er ohne Genehmigung gefällt werden. Warum ist die Gemeinde da solange untätig? Das liegt zum Teil an den alten Bauplänen, die oft vor über 50 Jahren aufgestellt wurden. Damals machte man sich noch nicht so viele Gedanken über Bäume, warum auch, es gab ja auch noch genug, meinte man.

Das hat sich ja nun grundlegend geändert. Den Menschen wird, wenn auch spät, bewusst, dass die Natur ohne Menschen, aber der Mensch nicht ohne Natur kann. Schleswig-Holstein ist das Bundesland mit der geringsten Waldfläche (10,3%, 2021) aller Bundesländer. Ist es wirklich nicht möglich, jede Fällung schützenswerter Bäume auf Notwendigkeit sorgfältig zu prüfen, z.B. unter anderem im Bauausschuss und Umweltausschuss?

Wie sehen unsere Ortskerne mittlerweile aus? Wenig Grün, kaum noch Vögel und Insekten. Dafür kalter Beton und Schottergärten. Welchen Erholungswert haben solche Betonwohnsiedlungen für Einheimische oder Gäste?

Und dort, wo man eine Ersatzpflanzung versprochen hat, für den gefällten, noch mögliche Jahrhunderte alt werdenden Mammutbaum, Kurpark Haffkrug, passiert nichts. Irgendetwas läuft hier grundsätzlich schief. Um diesen Baumkahlschlag zu bremsen und Nachpflanzungen zügig umzusetzen, setzten wir, die WUB, uns für eine Baumschutzsatzung innerhalb der Ortschaften ein. Lassen sie uns die Bäume, die noch da sind, schützen!

Jens Teschke,
WUB Vorsitzender